Events auf Rügen

Die Insel Rügen bietet vielfältige Genüsse und Attraktionen. Besonders in den Sommermonaten organisieren die Seebäder Binz, Sellin, Baabe, Göhren und Thiessow etliche Veranstaltungen, die teils regelmäßig stattfinden, teils lediglich einmaligen Charakter haben. Auch in den übrigen Touristenhochburgen finden die Gäste reichlich Abwechslung.

Dieses Kapitel kann selbstverständlich bei Weitem nicht alle Events aufzählen, die Rügen zu bieten hat. Wer nach Zerstreuung in einer bestimmten Ortschaft sucht, findet bei den jeweiligen Kur- oder Gemeindeverwaltungen die gewünschten Infos.

Zu Veranstaltungen im gastronomischen Bereich lesen Sie bitte die Unterseite zu den Spezialitäten von Rügen.

Der Rasende Roland ist zwar im eigentlichen Sinn kein Event, aber zumindest die Fahrt damit wird zum Ereignis der Extra-Klasse. Woher die Rügensche Bäderbahn, wie sie offiziell inzwischen heißt, ihren Kosenamen hat, ist nicht ganz geklärt. Rasen tut sie ganz gewiss nicht und tat es in der Vergangenheit auch nie. Denn heute zuckelt das historische Bähnchen gemütlich durch die schöne Landschaft und begeistert große wie kleine Kinder. Und früher hatten die Loks ganz gewaltig mit den teilweise überlangen Zügen zu kämpfen, mit denen sie Personen und auch Güter von einem Ort zum anderen brachten.

Der Rasende Roland konnte nur dadurch entstehen, dass die preußische Regierung 1892 das Kleinbahngesetz erließ, das auch abgelegene Ortschaften, also solche fernab des gut ausgebauten Streckennetzes der Deutschen Bahn, Anschluss an die Gleise bekamen. Der Startschuss für die Rügensche Kleinbahn, wie sie damals noch hieß, fiel 1895. Damals nahm die erste Verbindung, die noch heute bestehende zwischen Putbus und Binz, ihren Dienst auf. Innerhalb von nur vier Jahren war das Netz so weit ausgebaut, dass es fast die gesamte Insel Rügen durchzog. Auf über 97 Kilometern dampfte die Kleinbahn: Eine Strecke lief von Altefähr am Strelasund über Putbus bis nach Göhren; eine weitere erschloss den Norden und das Zentrum Rügens: von Altenkirchen beim Kap Arkona bis nach Bergen.

Während die beiden letztgenannten Abschnitte nur bis in die späten 1960er Jahre bestanden, bauten die Betreiber die erste Strecke weiter aus. Heute führen insgesamt 24 Kilometer nach wie vor von Putbus nach Göhren. Aber der Start ist mittlerweile auf Lauterbach Mole im Süden von Putbus verlegt.

Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten befördert die Rügener Bäderbahn inzwischen ausschließlich Personen – der Güterverkehr ist längt auf die Straße verlegt. Überhaupt dient der Rasende Roland großenteils für Fahrten zum Amüsieren – wer zügig von A nach B gelangen möchte, ist  mit dem Auto schneller. Allerdings benutzen immer noch viele Gäste die Kleine Bahn, wenn sie an einem Hafen ankommen und in ein bestimmtes Dorf am Streckenverlauf reisen möchten.

Die Rügensche Bäderbahn mit einer Spurbreite von 750 Millimetern hat im Verlauf ihres Bestehens verschiedene Betreiber erlebt. Der jetzige erhielt die Rechte bis zum Jahr 2027 mit der Auflage, die Infrastruktur beizubehalten, wenn nicht zu verbessern. Die Dampfloks und die Waggons stammen teilweise noch aus den Anfangszeiten. Sie sind aber dank ständiger Wartungsarbeiten und sorgfältiger Pflege und in einem einwandfreien Zustand.

Festspiele auf Rügen


Wer an Festspiele auf Rügen denkt, sieht automatische die imposante Kulisse der Rügener Störtebecker Festspiele vor sich. Sie finden seit 1993 alljährlich auf der großartigen Freilichtbühne in Ralswiek statt, dem kleinen Ort am südlichen Ufer des Großen Bodden.

Schon 1959 entstand hier die Freilichtbühne, damals sollten die sogenannten Rügenfestspiele ablaufen. Sie hatten aber von Beginn an die Geschichte des wohlwollenden Seeräubers Klaus Störtebecker zum Thema. Die moderne Version, also die seit 1993, erzählt nicht mehr jedes Jahr die gesamte Lebensgeschichte des Robin Hood der Meere, sondern teilt sie in verschiedene Abschnitte auf. Somit haben die Besucher erst alle vier bis sechs Jahre die gesamte Legende gesehen.

Die Sörtebecker-Festspiele auf Rügen erfreuen sich einer stetig wachsender Beliebtheit. Von Jahr zu Jahr steigende Besucherzahlen machen die Naturbühne in dem kleinen Ralswiek auf Rügen zum erfolgreichsten Open-Air-Theater Deutschlands. Die straffe Organisation des privaten Familienunternehmens beinhaltet, dass im März das Casting stattfindet, danach müssen die Proben bis zur Premiere Ende Juni abgeschlossen sein. Die Festspiele dauern bis Anfang September. Insgesamt 20 Schauspieler, 140 Statisten, 30 Pferde und einige Schiffsführer mit ihren Booten müssen auf der Bühne agieren, während im Hintergrund ebenfalls eine riesige Anzahl an Verantwortlichen und Helfern tätig ist.

Im März 2012 soll erstmals der Festspielfrühling von Rügen stattfinden. Konzerte aller Musikrichtungen gibt es bereits viele auf Rügen, vor allem während der Sommermonate. Genau deshalb haben sich die Verantwortlichen für den Frühling entscheiden. Die künstlerische Leitung übernimmt das Fauré Quartett, ein bekanntes und hoch dekoriertes Kammerorchester, das als solches, aber auch unter Mitwirkung verschiedener hochrangiger Künstler, vorwiegend kammermusikalische Darbietungen präsentiert. Aber auch Liedervorträge und Klavierabende sollen beim Festspielfrühling von Rügen zur Aufführung kommen. Sogar musikliterarische Vorträge sind geplant.

Für aktive Laienmusiker gibt es eine ganz besondere Herausforderung: Das Fauré Quartett bietet einen Meisterkurs an. Er richtet sich an bestehende Ensembles, an Einzelkünstler sowie an Gruppierungen, die sich erst zu einer Musikgruppe formieren wollen. Unter der fachkundigen Leitung wird man Übungen, Diskussionen und Proben durchführen. Jeder bekommt gewiss eine ganze Menge wertvoller Tipps.

Neben den bereits bekannten und renommierten Veranstaltungsorten in den großen Seebädern gastiert der Rügener Festspielfrühling auch an unbekannteren Stätten wie etwa in Boldevitz, Ulrichshausen und Vaschvitz. Sogar an der Nebelsignalstation beim Kap Arkona können die Besucher die einzigartige Kombination von herrlicher Landschaft und verzaubernder Musik erleben.

Bleibt zu hoffen, dass dem ersten Festspielfrühling von Rügen im Jahr 2012 noch viele weitere folgen werden.

Seit Jahren findet in Lauterbach bei Putbus jeweils im Juni die Rügener Holz- und Industriemesse statt. Obwohl die Bezeichnung eher auf Fachbesucher schließen lässt, kommen auch interessierte Laien auf ihre Kosten. Denn die Aussteller präsentieren nicht nur Produkte und Einrichtungen für die Wirtschaft, sondern kommen auch den Verbrauchern entgegen. So etwa mit nützlichen Tipps zum Energiesparen allgemein und der erneuerbaren Energie speziell, Wissenswertem für Häuslebauer, Dekorativem aus Holz für den Innen- wie den Außenbereich. Selbstverständlich finden sich hier ebenfalls Geräte für die Holzverarbeitung, die man teilweise sogar selbst ausprobieren darf. Und für die Kids gibt es ein spannendes Rahmenprogramm, während sich die Eltern informieren.

Viel weiter gefasst ist die Rügana in Bergen. Sie findet immer Anfang September statt. Hier präsentieren sich Rügener Wirtschaftsunternehmen aller Bereiche. Traditionelle Handwerksbetriebe stellen sich ebenso den Fragen des Publikums wie Existenzgründer; Unternehmen mit dem Schwerpunkt Energieversorgung ebenso wie touristische Einrichtungen. Bei dieser Leistungsschau bekommen die Besucher einen schönen Einblick in die Vielfalt, die Rügen auch auf diesem Sektor zu bieten hat. Selbstverständlich darf ein umfangreiches Rahmenprogramm nicht fehlen.