Rügen

Deutschlands Urlaubsinsel Nr. 1

Rügen ist die mit Abstand größte deutsche Insel. Über die genauen Ausmaße gibt es unterschiedliche Angaben, vermutlich wegen der Frage, ob die innenliegenden und nur durch schmale Nehrungen abgetrennten Gewässer ebenfalls Berücksichtigung finden oder nicht. Immerhin sind sich alle Quellen darin einig, dass es weit mehr als 900 Quadratkilometer sind, mehr noch als bei Lanzarote also.

Trotz der riesigen Fläche kommt auf Rügen durchaus Insel-Feeling auf. Denn von keinem Punkt aus sind es mehr als sieben Kilometer bis zu einem Strand. Das hat seine Ursache darin dass die Küsten von Rügen sehr stark zerklüftet sind: Zahllose Buchten und Landzungen, vorgelagerte Eilande und Halbinseln sorgen für ein vollkommen uneinheitliches Bild. Der Vorteil davon besteht indessen darin, dass Rügen über eine etwa 580 Kilometer lange Küste verfügt, an der es ungeheuer lange Streckenabschnitte mit feinsten weißen Sandstränden gibt.

Verschiedene Landschaften auf Rügen

Rügen ist jedoch keineswegs ausschließlich eine Badeinsel. Ganz im Gegenteil: Die unterschiedlichen Landschaften laden zu diversen Unternehmungen ein. Sanfte Hügel, dichte Wälder, die faszinierenden Bodden-Gebiete und landwirtschaftlich genutzte Flächen wechseln sich ab und sorgen für Spannung und Abwechslung. Dazwischen verteilt sind etliche Ansiedlungen, von winzigen Dörfchen bis hin zu kleinen Städten.

Das Tor zur Insel liegt ohne Zweifel in Süd-Rügen. Denn hier befindet sich die schmale Meerenge zu Stralsund auf dem Festland. Durch diesen Stralesund führt der Rügen-Damm, und rdie Rügen-Brücke überspannt ihn. Der größte Teil von Süd-Rügen dient der Landwirtschaft. Dennoch, oder gerade deshalb, finden auch Urlauber hier sehr schöne Plätze – man denke nur an die Ferien auf dem Bauernhof, die sich mehr und mehr durchsetzen. Aber im Süden von Rügen liegt auch das Städtchen Putbus, die ehemalige Residenzstadt, die mit ihren weißen Bauten im Stil des Klassizismus unbedingt sehenswert ist.

Die Badestrände befinden sich vor allem im Südosten der Insel Rügen, wo sich demzufolge auch die bedeutenden Seebäder Binz, Sellin, Baabe, Göhren und Thiessow geformt haben. Hier tummeln sich speziell in den Sommermonaten zahllose Urlauber. Allerdings gibt es zwischen den renommierten Ostseebädern auch weniger bekannte und demzufolge auch weniger überlaufene Orte. Hier profitieren die Urlauber von den ganz nahegelegenen Kureinrichtungen, den verlockenden Geschäften und den vielen Gastronomie-Betrieben, finden indessen auch die Ruhe, die ihnen in einem turbulenten Seebad vielfach nicht gegönnt ist.

Im Nordosten von Rügen schließt sich die Halbinsel Jasmund an, ein einzigartiges Landschaftsparadies. An der Nordküste befinden sich die weltberühmten Kreidefelsen von Rügen, im Süden liegen die beiden Boddengewässer, der Große und der Kleine Jasmunder Bodden. Und dazwischen erstrecken sich üppig ausgedehnte Wälder, wie sie sogar im Naturparadies Rogen nicht alltäglich sind. Und mit Sassnitz hat die Halbinsel Jasmund sogar eine lebhafte kleine Stadt mit einem bedeutenden Hafen zu bieten.

Beinahe das Gegenstück zur Halbinsel Jasmund ist die Halbinsel Wittow im Nordwesten von Rügen. Sie beherbergt mit Gellort den nördlichsten Punkt der Insel; weitaus bekannter ist indessen das Kap Arkona ganz in der Nähe. Das Areal atmet Geschichte, weil sich hier ganz frühe Rügener pSiedler niedergelassen haben. Und auch die Leuchttürme sowie die beiden Treppen zum Strand hinunter sind unbedingt sehenswert. Daneben sollten die Besucher auch die Ortschaften auf der Rügener Halbinsel Wittow besichtigen. Putgarten, Julisuruh und Altenkirchen sind typische Rügener Dörfer, strahlen aber jeweils eine charakteristische Eigenheit aus.

Der Westen Rügens ist geprägt von einer zerklüfteten Küste, von unberührter Natur und von wie hineingetupft wirkenden Dörfern. Von Schaprode mit seinem malerischen historischen Kern legen die Fähren zur nahegelegenen Insel Hiddensee ab. Beachtung finden sollte auch Gingst, das als Handwerkerdorf in die Geschichte Rügens eingegangen ist. Aus heutiger Sicht ist vor allem der Rügenpark spannend, in dem bekannte Bauten dieser Erde im Maßstab 1 : 25 nachgebildet sind. In allen Orten West-Rügens gibt es mittlerweile auch Tourismus, allerdings in sehr vorsichtiger Firm. Die Bewohner legen Wert darauf, ihre traumhaft schöne Natur zu erhalten und ihren Gästen die ersehnte Ruhe bieten zu können.

Das Zentrum Rügens wird beherrscht von der Stadt Bergen. Sie bietet nicht nur alle Annehmlichkeiten einer Kleinstadt, sondern hält auch viele kulturelle Schätze bereit. Die weitere Umgebung von Bergen, also die ganze Mitte Rügens, ist ganz eindeutig von Landwirtschaft gekennzeichnet. Aber immer wieder wechseln Wiesen und Äcker ab mit Waldgebieten. Für Urlauber bieten sich hier beste Bedingungen für Wander- und Radtouren. Und der kleine Ring um Bergen auf Rügen herum zeigt ausschließlich Natur pur, versehen allerdings mit Erinnerungen an die Historie. Nicht übersehen sollte man in der Mitte Rügens das kleine Dorf Ralswiek. Es liegt am Südufer des Großen Jasmunder Bodden und verfügt nicht nur über ein schönes Schloss, sondern ist auch regelmäßig Schauplatz der Störtebecker-Festspiele.

Die Insel Hiddensee ist dem Westen von Rügen vorgelagert und am einfachsten von dort aus erreichbar. Auf dem kleinen, autofreien Eiland gibt es auch Fremdenverkehr: Die kleinen Dörfer bieten gemütliche Zimmer in ihren oft denkmalgeschützten Häusern an. Beeindruckend ist Hiddensee wegen seiner beachtlichen Naturlandschaften, die sich an den Ausläufern schier endlos hinzuziehen scheinen.

Die Insel Rügen bietet auf vergleichsweise begrenztem Raum eine ungeheure Vielfalt an Natur, an Kultur und an Geschichte. Und überall treffen die Fremden auf eine herzliche Gastfreundschaft, auf gepflegte und komfortable Unterkünfte sowie auf eine abwechslungsreiche Gastronomie.

Auf Rügen findet jeder das, was er sich für gelungene Ferien vorstellt: Spannung, Abwechslung, sportliche Aktivitäten oder einfach Ruhe und Muße.